BIENNALE PASSAGES 20

AFRICAN CONTEMPORARY DANCE FESTIVAL
 

DansArt TANZNETWORKS ist seit 1995 das Zentrum für Tanz und Kreativität in Bielefeld. Mit zunehmendem Erfolg und öffentlicher Aufmerksamkeit entwickelt das Team Agbetou über die Grenzen von NRW und Deutschland hinaus seither ein breites Spektrum für verschiedene Tanzbereiche.

Seit 2006 findet die Biennale Passages alle zwei Jahren statt. Als Vorbereitung darauf treten Tänzer, Choreographen und andere Künstler der Zeitgenössischen Kunstszene aus Europa und Afrika im Vorfeld miteinander in einen innovativen Dialog.

Die langjährige künstlerische Tätigkeit der beiden Agbetous findet in den BIENNALE PASSAGES ihre Verwirklichung. Durch ihre Motivation und Energie vernetzen sie Tanzschaffende aus ganz Afrika und Europa miteinander und begeistern ein breites Publikum für den zeitgenössischen, afrikanischen Tanz.

Die BIENNALE PASSAGES bieten eine lebendige Auseinandersetzung mit der Gegenwart der choreografischen Forschung. Der Begriff „Passages“, „Brücke“ oder „Passage“ bedeutend, beschreibt das Wesen dieser Biennale. Sie ist eine Plattform für Veranstalter und Fachpublikum. Eine positive Etappe im Parcours der Teilnehmer. Ein Zwischenstopp, um sich zu informieren und neue Kontakte zu knüpfen zur Realisierung und Unterstützung zukünftiger Projekte.

Nicht nur Künstler aus dem Afrikanischen Kontinent, sondern auch Künstler afrikanischer Herkunft, die in anderen Kontinenten und Ländern im Bereich der zeitgenössischen Tanzkunst basierend auf ihren afrikanischen Wurzeln arbeiten und produzieren werden residieren, Ihre Stücke präsentieren verbunden mit Lectures, Workshops und Seminaren.

Auch in diesem Jahr war ein umfangreiches Programm geplant. Als sich jedoch abzeichnete, dass Künstler aus fernen Ländern aufgrund der Corona Krise nicht zu uns reisen konnten, mussten wir um planen, obwohl die eingeladenen Compagnien
bereits mit der Vorbereitung und den Proben für die geplanten Präsentationen begonnen hatten. Letztendlich konnten wir Künstler und Compagnien der afrikanischen Diaspora aus Europa engagieren, die im Vorfeld z. T. ihre Residenzen
hier vor Ort durchführten, um sie dann anlässlich der Biennale Passages 20 vom 06.-08.11.2020 dem Publikum im DansArt Theater vorzustellen.
Kurzfristig wurde jedoch am 28.10.2020 auf Grund des Bund-Länder-Beschlusses hinsichtlich der Corona Pandemie auch unser Theater geschlossen, so dass wir das Festival Biennale Passages 20 mit nachstehendem Programm komplett absagen
müssen.

Freitag 06. November 2020 – 20 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Cie XLR Projekt Benin/Frankreich

„ Digital Vaudou“

 

Es ist die Geschichte eines Menschen, der geboren wird und im Laufe der Zeit auf der Suche nach seiner Spiritualität sein wird. Er wird in seiner eigenen afrikanischen Kultur das Voodoo finden, das er annehmen wird. Der Rest dieser Performance wird dann mythologisch.

Die Figur Jessica YACTINE wird drei Gottheiten begegnen, die alle von Vincent HARISDO gespielt werden. Wir werden mit ihm Sakpata, den Gott der Erde, Mami Wata, die Göttin des Meeres, und Shango, den schrecklichen Gott des Blitzes, des Feuers und des Eisens, entdecken. Sie werden schließlich von dieser letzten Gottheit niedergeschlagen werden.

Jedes Gemälde wird von der narrativen Stimme von Kangni ALEM unterbrochen, die den Betrachter durch die Performance führt.

Der multidisziplinäre Künstler Nicolas TICOT schuf dieses Stück. Seine Inspiration stammt oft aus der Kulturgeschichte eines Ortes, einer Region und einer Gemeinschaft, wie Digital Vaudou zeigt. Die Beziehungen zwischen Traditionen, Ahnenmythen und Innovation stehen im Mittelpunkt dieser Arbeit. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vereinen sich in Welten, in denen das Reale und das Virtuelle zusammenarbeiten und koexistieren, wodurch die Essenz von Voodoo entstehen kann.

Vincent HARISDO und Jessica YACTINE, Tänzer und Choreografen, bieten eine zeitgenössische Darstellung der traditionellen Tänze dieser animistischen Riten. Ihre Zusammenarbeit mit Nicolas TICOT basiert auf einem gemeinsamen Thema: der Begegnung zwischen dem szenografischen Universum und der bildenden Kunst. Die beiden Protagonisten tauchen in eine traumhafte Welt ein, die von der Stimme Kangni ALEM getragen wird.

Diese globale und humanistische Arbeit feiert den Erfahrungsaustausch und die möglichen Verbindungen zwischen zwei Kulturen und zwei Welten.

Inszenierung: Nicolas Ticot Tanz und Choreographie: Vincent Harisdo und Jessica Yactine

Stimme: Kangni Alem

Samstag 07. November 2020 – 20 Uhr

Cie Yahi Nestor GaheElfenbeinküste/Deutschland

„SOLILOQUE DANSÉ“

Wer bin ich? Wohin gehe ich? Und auf welche Art und Weise tue ich das? Soliloque dansé ist ein tänzerisches Selbstgespräch, mit welchem die Existenz der Menschheit und ihre Evolution in Frage gestellt wird. Eine Selbstreflexion, über existenzielle Themen wie Gesellschaft, Gruppen und ihren Bezug zum Individuum. Soliloque dansé ist eine künstlerische und wissenschaftliche Recherche, in die der ganze Körper miteinbezogen wird. Dabei stelle ich mir die Fragen, wie ein Soliloque, abgesehen vom Theater, im Tanz funktioniert. Welche Elemente gibt es, die diese Form des Ausdrucks ermöglichen? Wie wird das Publikum in einen solchen Monolog ohne Worte involviert? Soliloque dansé soll auf all diese Fragen Antworten finden.

Konzept/Choreografie/Tanz: Yahi Nestor Gahe

Musik: Matthias Schneider-Hollek

„L – MOVEMENT“
Durch Lachen eine neue Bewegungsart erschaffen Mein neues künstlerisches Forschungsfeld ist das Lachen. Wie Charles Dickens sagte, und ich zitiere: „Nichts in der Welt ist so ansteckend wie Gelächter und gute Laune“. Lachen ist ansteckend, bekämpft den Stress, verbindet Menschen und stärkt das soziale Miteinander. Lachen geht über die Grenze hinaus. Aber wie funktioniert das Lachen? Was passiert physikalisch im Körper wenn man lacht? Die Verbindung zu Bewegung und Tanz nenne ich Laughing Movement Technic (LMT).


Laughing Movement Technic (LMT) ist der Weg, wie man Bewegung erzeugt durch Lachen und seine Qualität. Das Ziel ist es, durch Lachen eine neue Bewegungsart zu erschaffen, neue Tanzformen zu entwickeln, durch die Vermittlung des LMT das soziale Miteinander zu stärken und Menschen einen Weg zu zeigen, ihren Körper neu zu entdecken und auch auf die Bühne zu bringen.
 

Yahi Nestor Gahe arbeitet als Choreograf, Tänzer und Tanzpädagoge und interdisziplinär im Schauspiel und Figurentheater. In seinen Arbeiten setzt er sich engagiert mit aktuellen Themen der Gesellschaft auseinander und sucht in der Umsetzung eine spezifische Tanz- und Bühnensprache.

Konzept/Choreografie: Yahi Nestor Gahe
Tanz: Fabrice Ottou, Yahi Nestor Gahe
Musik: Bakary Kone
Unterstützt durch die Landeshauptstadt Stuttgart

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cie Ange Aoussou Elfenbeinküste/Deutschland

“J’AIME LE ROUGE – Ich liebe Rot”

.In ihrem Solo beschreibt die Tänzerin und Choreographin Kodro Ange Aoussou Momente des Schmerzes, der Verzweiflung und der Verwirrung. Mach eine Pause um inne zu halten, um sich neu zu orientieren in einem Raum mit zahlreichen besonders störenden Dingen. Der Mensch ist in Not mit sich selbst, er hat den Gedanken des Zuhörens, des Verstehens verloren ... und versucht, in jedem von uns einen Raum der Freiheit zu finden, um seine Gefühle auszudrücken. Durch dieses Stück Energie, das die Tänzerin einsetzt, erzählt sie uns von all der Gewalt, die ihre Familie während der ivorischen Krise 2010-2011 durch ihre Lieblingsfarbe erlitten hat. Auf der Bühne lässt die Tänzerin ihr Publikum mit ihr in ihr künstlerisches Universum reisen


Choreographie und Tanz: Ange Aoussou
Dramaturgie: Dany Rüger
Kostüm: Engel Aoussou
Musik: Strigall und Allah Thérèse
Lichttechnik u. Design: Francky Messi

Tchekpo Dance Company Benin/Deutschland

mit Elisabeth Masé

W. I. R.
Gemeinsam sind wir stark

 

„work in progress“

Rund um die aktuelle Krise durch COVID 19 mussten wir schmerzlich erfahren, dass mangelnde Solidarität und Achtsamkeit zu einem Desaster führen. Die plötzlich einbrechende, sichtbare/unsichtbare Bedrohung hat weltweit eine Krise ausgelöst. Unser Leben erscheint dramatisch eingeschränkt. Panik bricht aus. Doch solche Krisen bergen auch ungeahnte Chancen. Wie erschaffen wir eine wirksame Strategie, die uns aus der Krise herausführen kann? Eine Strategie, die auch bei anderen globalen Bedrohungen nützen könnte?

Ein langes, als Mäander ausgelegtes rotes Band weist den Tänzern den Weg, bis eine plötzlich auftretende, beunruhigende Erscheinung, die Figur der „Krise“, ihre Richtung auf dem klar vorgezeichneten Weg durcheinanderbringt. Ein Wirrwarr entsteht und Verzweiflung bricht aus. Niemand weiß, welcher Richtung er weiter folgen soll. Aus dem Wirrwarr entstehen Knoten, aus den Knoten wilde Knäuel. Nur eine gemeinsame erarbeitete Strategie kann die Gefahr bannen...

Regie Tchekpo Dan Agbetou und Elisabeth Masé
Choreografie Tchekpo Dan Agbetou gemeinsam mit den Tänzern
Tänzer Dhélé Agbetou, Cecilia Bartolino, Michael Buchner,
Danilo Cardoso, Ching Mei, Yurika Yamamoto
Bühnenbild/ Dramaturgie Elisabeth Masé mit Tchekpo Dan Agbetou
Musik Marco Girardin
Lichtdesign Jost Jakobfeuerborn mit Tchekpo Dan Agbetou
Kostüm Elisabeth Masé gemeinsam mit den Tänzern
Regieassistenz Ulla Agbetou
Assistenz Bühnenbild Aiane Bothe

Sonntag 08. November 2020 – 17 Uhr

Samadhyana Company Brasilien/Deutschland

"BetrAchtung"

BetrAchtung zeigt ein Duo, das von Ching-Mei Huang und Danilo Valpassos Cardoso entwickelt wurde. Es ist das Ergebnis einer vierjährigen Bewegungsforschung der Samadhyana Company, die auf der Kombination der Tanztechniken Floorwork und Partnering basiert. Komponist Marco Girardin komponierte einen originellen Soundtrack, der sich auch über die letzten Jahre entlarvte.

"BetrAchtung" bezeichnet auf den ersten Blick Liebesbeziehungen, aber der Choreograf Danilo hat eine alternative Bedeutung zu diesem Kunstwerk. Für ihn hat das Kunstwerk viel mit dem Verlust seiner Mutter zu tun. Nachdem sie ihm monatelang Orientierung im künstlerischen Prozess dieses Stückes gegeben hatte, bekam das Werk durch die Nachricht von ihrem Tod eine neue und wichtige Bedeutung. Letztendlich für ihm spricht das Stück über die Betrachtung derer, die wir lieben, und über den Prozess der Akzeptanz, der angestoßen wird, wenn diese Menschen uns verlassen.

Choreografie: Danilo Cardoso

Tanz: Ching-Mei Huang und Danilo Cardoso

Musikkomposition: Marco Girardin

Muisk: Lilly Seungwha Baek und Brunal Cabral

Lichtdesign: Jost Jacobfeuerborn