Cie Anania
"Déserts, Désirs" Marokko Duo, 35 Min., Deutschlandpremiere
Choreografie / Tanz | Taoufiq Izeddiou, Bouchra Ouizguen
Musik | Guy Raynaud
Musik (Ausschnitte) | Oum Kalsoum " Ya Ritni Kount Ennassim "
Co-Produktion | Compagnie Anania, Festival Montpellier Danse 2006, Service de coopération et d'action culturelle de l'Ambassade de France (Rabat) , Anania
Förderer | Centre Chorégraphique de Montpellier Languedoc Roussillon, La Mission Départementale de la culture de l'Aveyron
In „Déserts, Désirs” wird die Bühne durch einen weißen Vorhang geteilt - zwei Teile, zwei Parteien, die für einander unsichtbar sind. Auf der einen Seite das Männliche, auf der anderen Seite das Weibliche. Soli oder Duo? Etabliert die Geschlechtertrennung eine strenge Einteilung des Raums der Präsentation? Wird die Grenze zwischen dem Sichtbaren und der Fantasie wieder konkret dargestellt - die imaginäre Dimension des Verlangens in die Wirklichkeit versetzt?
Ein getrenntes Duo oder berührende Soli…
Nebeneinander sein, um Gegenüber zu stehen, den Konflikt, die Erwartung, die Frustration nicht abzulehnen. Diese Gliederung scheint auf einem Verbot zu basieren - sie wird dessen Zeuge. Statt die Unmöglichkeit zu zeigen, öffnet sie eine Aus-einandersetzung mit dem, was sich um die Grenze bildet, was sie zum Vibrieren bringt. Über sie können der Kontakt, die Verbindungs- und Fluchtversuche erfolgen. Jeder versucht auf seiner Seite, von seiner eigenen Wüste weg zu kommen.
Cie Douba
"Fary Kuman" Mali / Elfenbeinküste Solo, 20 Min., Deutschlandpremiere
Choreografie / Tanz | Mamadou Diabaté
Musik | Patrick Marty
Produktion | Compagnie Douba
Lichtdesign | Francis Beidi
Co-Produktion | Atelier Musical Les 3 Tambours
"Fary Kuman", im Bambara, "Körpersprache" ist das Ergebnis der Arbeit des Tänzers über einen begrenzten quadratischen Raum auf der Bühne, in dem eine Figur sich bewegt und ab und zu erfolglos versucht, nach außen zu fliehen. Man hat den Eindruck, dass das unbewachte Wesen von einer höheren Gewalt manipuliert wird. Eine Macht, die diese Figur geschaffen und in diese Schachtel gesteckt hat, um sie zu betrachten und sich von ihren Anwandlungen nach Unabhängigkeit und Freiheit unterhalten zu lassen. Die Figur wird zwar einige "Fluchtversuche" unternehmen, aber ohne Erfolg. Pathetisch wird sie seinen "experimentellen" Zustand feststellen und akzeptieren.
Die Musik von Patrick Marty, von Louise Marty gespielt, schildert die Entwicklung, die Hoffnung, die kindliche Freude und schließlich die endlose Resignation…
In diesem Solo findet man neben der zeitgenössischen Choreografie die Sprache des traditionellen afrikanischen Tanzes wieder.
Mhayise Productions
"Isililo Sika Nandi" Südafrika Duo, 40 Min., Deutschlandpremiere
Choreografie | Musa Hlatshwayo
Tanz | Musa Hlatshwayo and Busi Deyi
Musik | Monk, M. Native Rhythms, Ladysmith Black Mambazo and other selections.
Technik | Wesley Maherry
Produktion | Mhayise Productions
„Isililo Sika Nandi” ist ein Tanztheater-Duett, das von der (wenig bekannten) Beziehung zwischen König Shaka und Königin Nandis inspiriert wurde. Leidenschaft, Ehrgeiz und das Führen eines Volkes sind einige der vielen Kräfte die diese Beziehung begünstigten. Es wird vermutet das Königin Nandi durch den Speer von König Shaka starb. Wie auch immer bildlich oder schriftlich diese Aussage sein mag, es bleibt die Frage offen: ist unser heutiges Handeln auf das stille Sterben unserer Heldinnen und Helden zurückzuführen?
Diese Arbeit strebt an, die zum Schweigen gebrachte Rolle von Königin Nandi innerhalb König Shakas Leben und seiner patriarchalischen Herrschaft zu exhumieren und zu entdecken.
La Compagnie de Soi
"Pour en finir avec moi" Tunesien / Frankreich Solo, 40 Min., Deutschlandpremiere
Choreografie / Tanz | Radhouane El Meddeb
Lichtdesign | Xavier Lazarini
Musik | Arvo Part
Produktion | Donkla Compagnie de Soi/Young Arab Theater Fund/Institut Français de Coopération de Tunisie
Unterstützt von | Centre National de la Danse (Pantin)
Danke an | Centre Chorégraphique National de Rennes et Bretagne, Collectif 12, Studio Emad Eddin Foundation
Radhouane El Meddeb studierte am Theater „Institute for Drama“ in Tunesien und wurde damals die „neue junge Hoffnung des tunesischen Theaters” genannt. Er arbeitete mit den Begründern des tunesischen und arabischen gegenwärtigen Theaters. Eine seiner Performances wurde schon Thema eines Skandals: seine Aufführung beinhaltete einen Bauchtanz, der in der Tradition nur von Frauen getanzt werden darf. Nach seiner Suche im Bereich des Theaterspielens, schrieb er eine Solo-Tanz-Performance. Sein Körper ist das einzige, das auf der Bühne stehen darf.
Er enthüllt seine Gefühle und kommuniziert mit dem Publikum in einer Sprache, die schon vor den Wörtern existierte. Denn er sagt: „Sich bewegen, springen, sich beugen, fallen…das ist sprechen. Sprechen über MICH. Ich möchte mit dem Sein eins werden.“ El Meddeb’s großer Körper auf der Bühne ist beides: Dekoration und Darsteller. El Meddeb bringt nicht nur seinen Körper an die Grenzen seiner physischen Möglichkeiten sondern an die Grenzen seiner Ausdrückfähigkeiten.
Cie 1er Temps
"Contre-Poids" Kongo / Senegal Duo, 25 Min., Deutschlandpremiere
Choreografie / Inszenierung | Andreya Ouamba
Tanz | Andreya Ouamba, Fatou Cissé, Pline Mounzeo
Musik | Andreya Ouamba
Co-Produktion | Compagnie 1er temps
Es ist ein Raum für zwei.
Es ist ein Parcours für zwei.
Es sind aber auch unterschiedliche Wünsche und Entscheidungen.
Wenn Ihre Kultur Sie zu einem Verhalten zwingt,
Während benachbarte Kulturen Ihnen Freiheit gewähren.
Sie haben sich an einem Ort für den Tanz getroffen. Sie haben eine unterschiedliche Kultur und Erziehung. Jedoch entscheiden sie sich immer wieder aneinander zu reiben, sich wieder und immer wieder zu treffen, da es nie ausreicht, sich nur einmal zu treffen.
Tchekpo Dance Company
"L´Envol du Vent II" Benin / Deutschland Solo, 25 Min.
Choreografie / Tanz | Tchekpo Dan Agbetou
Inszenierung | Tchekpo Dan Agbetou
Assistenz | Ulla Agbetou
Musik | Keith Jarett
Soundmix | Tchekpo Dan Agbetou
Lichtdesign | Tchekpo Dan Agbetou
Produktion | DansArt / Tchekpo Dance Company
„Ich weiß nicht woher er kommt oder wohin er mich bringt. Die einzige Möglichkeit es zu erfahren: Ich lasse mich auf seinen Flügeln in die Unendlichkeit tragen…“ „Jeder unter uns stellt sich einmal im Leben die Frage: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft vermischen sich. Daher die Notwendigkeit den Spiegel zu durchschreiten und unsere Zwiespältigkeit zu realisieren, um uns auf der anderen Seite wieder zu finden und uns aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Auf der anderen Seite erwarten wir die mysteriöse Kraft des Lebens, die in einem jeden von uns zu finden ist.“ Tchekpo Dan Agbetou
„Die Ahnen treffen, mit Tieren und Pflanzen sprechen, die Zukunft spüren: Tchekpo Dan Agbetou ist ein großer Tänzer und Medium. Seine tänzerisch-spirituelle Begegnung mit dem kulturellen Gedächtnis seines Volkes erhält durch die Jazzmusik von Keith Jarrett den spannenden Kontrast.“ Kampnagel, Hamburg
Tchekpo Dance Company
"Huegbé Hylé, das andere Haus" Benin / Deutschland Trio, 45 Min.
Choreografie | Tchekpo Dan Agbetou in Zusammenarbeit mit den Interpreten
Inszenierung | Tchekpo Dan Agbetou
Assistenz | Ulla Agbetou
Tanz | Caroline Picard, Mamadou Diabaté, Tchekpo Dan Agbetou
Musik | Christian Meyer, Volker Bertelmann, René Aubry
Soundmix | Christian Meyer, Tchekpo Dan Agbetou
Lichtdesign | Francis Beidi, Tchekpo Dan Agbetou
Produktion | DansArt / Tchekpo Dance Company
Co-Produktion | Land NRW, Kulturamt Bielefeld, Stadtwerke Bielefeld, Sparkasse Bielefeld
„Huegbé Hylé, das andere Haus…“ ist eine Kreation für drei Tänzer aus dem Jahr 2007. Das Treffen mit einem anderen Menschen birgt immer eine Veränderung in sich. Man betritt als Unbekannter ein ‚anderes Haus’ und erobert sich dort Raum. Im Gegenzug gewährt man einem anderen ‚Fremd-Körper’ ebenfalls Zutritt und integriert ihn zu einem gewissen Grad in das eigene Umfeld.
„Huegbé Hylé, das andere Haus…“ erzählt von Toleranz, Weltoffenheit und dem Mut, die Unterschiede des Anderen akzeptieren. Die Tchekpo Dance Co. lädt die Besucher der Biennale Passage 08 ein, neue Welten zu betreten.
Tchekpo Dan Agbetou gründete 1991 in Angers (Frankreich) die Tchekpo Dance Company. Er kam 1995 nach Deutschland wo er seither die Arbeit mit der Kompagnie fortsetzt.
Cie Les Jeunes Tréteaux
"Ce que je cherche, entendre les démons qui sont dans ton ventre" Tschad Solo, 20 Min., Weltpremiere
Choreografie / Tanz | Hyacinthe Abdoulaye Tobio
Inszenierung | Hyacinthe Abdoulaye Tobio
Lichtdesign | z.b.pohl
Texte | Roland Fichier
Co-Produktion | DansArt Tanznetworks, CulturesFrance
Für Hyacinthe Abdoulaye Tobio ist der Körper vor allem Material bevor er zum Schaffensinstrument wird. Sein Körper ist eine Gliederung von Regungen: Er denkt, erinnert sich, phantasiert… er ist sinnlich, koordiniert, und empfindet den Raum und die Zeit. Dadurch ist sein kreatives Potenzial uneingeschränkt.
Seit Jahren entwickelt Hyacinthe Abdoulaye Tobio eine persönliche Arbeit, die auf dem inneren Energiemanagement und sehr langsamen Bewegungen basiert. Eine ästhetische Entscheidung, die dem Bûto sehr ähnelt. Sein Tanz gibt dem afrikanischen Tanz eine unerwartete Tönung, eine andere Farbe im Bereich der Gestik, da wo die meisten einen schnellen, total extrovertierten Tanz erwarten.
Der talentierte Tänzer und Choreograf Hyacinthe Abdoulaye Tobio präsentiert für die Biennale Passage 08 die Uraufführung der Kreation „Ce que je cherche, entendre les démons qui sont dans ton ventre“, Produktion seiner Residenz bei DansArt Tanznetworks im Sommer 08.
Cie Phénix
"Chouac Puû" Kamerun / Ghana Duo, 25 Min., Deutschlandpremiere
Choreografie / Tanz | Jean-Michel Moukam Fonkam, Naa Ayeley Sarah
Inszenierung | Jean-Michel Moukam Fonkam
Produktion | Cie Phénix-Cameroun, Noyam-Ghana
In einer Welt der andauernden Veränderung, erlitt eine verwirrte Jugend ethnische Spaltungen, religiöse Konflikte, Sprachbarrieren… Zwei Energien, die Hoffnung bringen, versuchen neue Impulse für die Erschaffung einer harmonischen Welt weiter zu geben.
„Chouac Puû” ist ein subtiles Plädoyer für den Dialog und den Frieden.
Cie Richard Adossou
"Alôdo" Benin Duo, 35 Min., Deutschlandpremiere
Choreografie | Richard Adossou
Tanz | Richard Adossou, Horten Adjovi
Musik | Janvier Denangan
Licht – und Tondesign | Richard Adossou
Kostüme | ORIdesign
Production | Richard Adossou Company
Ist das Leben ein Geheimnis, einfach ein Geheimnis?
Oder ist es ein komplexer Widerspruch, ein geschlechtsreifer, jedoch unfruchtbarer Tanz?
Oder noch eine ungeplante Suche nach dem Sein, dem Körper, der guten Stern?
So viele Frage, die nur am Ende dieser sinnlosen Zeiten beantwortet werden.
„Alôdo“ versteht sich als eine künstlerische Recherche, die auf einem Paradoxem basiert. Wenn man alle damit verbundenen Peripetien betrachtet, erscheint unser Leben skrupellos. Mittels einfacher Hocker (sie symbolisieren den Thron, den jeder braucht, um seine Persönlichkeit zu betonen) und einem Stück Stoff (das verdeutlicht, dass wir trotz unserer Unterschiede, Teil einer einzigen Einheit sind) hilft uns „Alôdo“ uns zu vertrauen, zu begreifen, dass nur die gegenseitige Hilfe uns helfen wird, das gewünschte Gleichgewicht wieder zu finden.
Cie Ahmed Khemis
"Voyage des Poussières" Tunesien Solo, 25 Min., Deutschlandpremiere
Choreografie / Tanz | Ahmed Khemis
Musik | Ahmed Khemis
Lichtdesign | Nicolas Diaz
Kein Bühnenbild, keine Inszenierung, diese werden vom Körper erschaffen. Lichteffekte sind überflüssig, die Stille wird zum Geräusch des Körpers. Die Bewegung ist der Körper, schließlich fallen leichte Staubpartikel auf ihn, führen, lockern, verfestigen den Körper, den Tänzer und den Zuschauer.
„Voyage des Poussières“ zeigt die luftige Ausstrahlung des Tänzers, leicht wie der Regen der Partikel, der den Geist erfrischt und in die Ferne zieht.
Cie Ahmed Auguste - Bienvenue
"Traces" Burkina Faso Duo, 30 Min., Deutschlandpremiere
Choreografie | Auguste Ouedraogo
Assistenz | Bienvenue Bazie
Tanz | Auguste Ouedraogo, Bienvenue Bazie
Bildende Künstler | Jacques Pibot, Liliane Maurin, Jean Chazy
Musik | Adama Kounda (compositeur), Moustapha Sissoko (guitariste)
Lichtdesign | Mohamed Boro
Lichtdesign Assistenz | Jean Paul Sari
Kostüme | Martine Some
Co-Produktion | Africalia, Cultutresfrance, le CDC la Termitière, le Ministère de la Culture, du Tourisme et de la Communication (BF), CCF Georges Méliès, CCF Henri Matisse
Spuren…
Wir bearbeiten Material, um zu schreiben, um Spuren entdecken zu lassen.
Die meisten unserer Bewegungen hinterlassen Spuren, die aber nicht alle sichtbar sind.
Unsere Bewegungen beziehen den Raum, ohne zwangsweise Spuren zu hinterlasse, jedoch lassen sie einen Weg erahnen, an den wir uns erinnern können. Die Energie, die Zärtlichkeit, die wir haben können, die Liebkosungen oder die Schläge die wir bekommen oder geben können, hinterlassen sie sichtbare Spuren im Raum? Wenn alle diese Spuren sichtbar wären, welche Schrift würden wir entdecken?
Aus welchem Material?
„Ist es nicht das Ziel eines jedes Tänzers, eine choreographische Schrift auf den Boden zu formen? Sichtbar, um wie ein offenes Buch gelesen zu werden?“
Traces untersucht die Wirkung der Bewegung auf unsere Raumwahrnehmung, eine spannende Reise auf den Spuren des choreographischen Schaffens.


















